Halloween et al.
Wer sich in den nächsten Tagen in gewisse Etablissements begibt, könnte von Spinnweben, Vampiren, Kürbissen und ähnlich unangenehmen Tresenschmuck böse überrascht werden. "Amerikanischer Kulturterrorismus!" mag da der eine odere andere (oder gar beide) ausrufen. Doch der Besserwisser in mir verweist mit sardonischen Lächeln auf http://de.wikipedia.org/wiki/Halloween und merkt daher an: "Mitnichten amerikanisch, nörgelnder Zeitgenosse. Keltisch, höchstens irisch, wenn Sie so wollen, in jedem Fall aber britisch und keltischen Ursprungs." Und dann (als Todesstoß gewissermaßen): Unser Weihnachtsbaum entstammt ja auch keltischer Tradition und wird (meines Wissens) nicht so sehr verdammt. Dazu kommt: Das, was in verschiedenen Regionen Deutschlands als Fastnacht, Karneval, Fasching regiert, ist auch nicht gerade hier so entstanden, geschweige denn schön oder ähnliches. Kurzum: Gegen Halloween lassen sich nur kulturbesitzstandswahrerische Argumente ins Feld führen, und "Keltischer Kulturterrorismus!" habe ich noch niemanden sagen hören. Daher: Einfach mitmachen oder nicht. Oder ein neues Fest erfinden. Hier ein paar Anregungen: a) Ein Fest, das dem Eintopf huldigt. Dazu vermummt man sich in Kartoffelsäcke und bewirft Zeitgenossen mit trockenen Linsen, b) Eine rauschende Festnacht im Frühjahr, in der man feiert, dass man sich wieder auf den Herbst freut, könnte z. B. "Oktoberfest" heißen. Naja, dem geneigten Leser fällt bestimmt noch mehr ein. Auf ausdrücklichen Wunsch lösche ich diesen Blogeintrag auch gerne wieder.
