Schlussgebet - kleine Texte in großen Abständen.

Freitag, Oktober 22, 2004

Perfide

Ich werde von Hans Eichel verfolgt.
Ehrlich.
Seit Tagen schon entdecke ich immer wieder Hans Eichel. Im Auto an mir vorbei fahrend. In der Fußgängerzone. Weiter vorne an der Kasse.
Ein zweiter Blick überzeugt mich dann immer davon, dass es sich nur um eine Hans Eichel mehr oder weniger entfernt ähnlich sehende Person handelt, aber der Schock sitzt jedesmal tief. Und ich begann zu grübeln.
Das kann doch kein Zufall sein. Meine geistige Gesundheit in Frage zu stellen fällt mir naturgemäß recht schwer, also muss eine andere Erklärung her. Ich sehe einen Plan: Die Bundesregierung, schon lange klamm, versucht säumigen Steuerzahlern und gemeinen Steuerhinterziehern ein schlechtes Gewissen zu machen. (Nicht das ich mich zu einer dieser Gruppen zugehörig fühlen müsste.)
So werden wohl offensichtlich Hans-Eichel-Lookalikes unters Volk geschickt, immer gehäuft auftretend, um Verfolgswahn unter denen hervorzurufen, die dem Staate Geld schulden.
Ich warte ja nur darauf, das Hans sich irgendwann mal umdreht, auf einen Passanten zeigt und ruft: "Haltet ihn, er ist ein Steuerhinterzieher!"
Ich würde nichts unversucht lassen, diesen Schurken am Kragen zu packen. Damit der Spuk endlich ein Ende hat.