Privat, mobil
Die heutige Zeit verlangt Mobilität, i. a. W. örtliche Flexibilität. Viele Bereiche des täglichen Lebens sind an diese Anforderungen schon angepasst. Kommunikation (Handy), Arbeiten (Laptop), Essen (McDonalds). Was aber im Reigen der angepassten Lebensbereiche fehlt, ist eine Akzeptanz und Technologie für Haushaltstätigkeiten im mobilen Leben des urbanen Menschen. Nicht jeder kann es sich leisten (auch zeitlich), sein Leibchen in die Reinigung zu geben oder bei Muttern mangeln zu lassen. Drum macht dies selbst, wer selbst ist, Frau oder Mann. Doch wo sind sie, die Bügelbrett-Stationen im ICE? Wo sind die Rent-a-Nähnessessaire-Shops? Das Einweg-Schuhputzequipment? Hinzu kommt: Derzeit würde man im ICE von den Mitfahrenden wie ein Aussätziger behandelt, begönne man zwischen Frankfurt und Kassel mit dem Schuhputz oder bügelte seiner Hose wieder frische Bügelfalten ein. Es ist tabu. In der Fernsehsendung "Big Brother" darf öffentlich geduscht, persönlich unterredet, koitiert werden, aber ich darf in der Bahn nicht ohne sozial geächtet zu werden meine Schuhe putzen. Ein Paradigmen- und Wertewechsel ist da längst überfällig.

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