Schlussgebet - kleine Texte in großen Abständen.

Donnerstag, September 23, 2004

Das Wort hat der Abgeordnete Herr Dr. Durst von der Reinen Partei Deutschlands

Herr Präsident, hohes Haus, meine Damen und Herren, als ich einen Blick in den Haushaltsentwurf der Regierung warf, entfuhr mir ein erstauntes "Fuck!". (Raunen) Ein solcher Bullshit ist mir in meiner gesamten 1-jährigen Parlamentarierzeit nicht untergekommen. Da werden Zahlen addiert und subtrahiert, Prozentzeichen inflationär verwendet und Zahlen einer Größenordnung notiert, die dem Normalbürger - und als solchen würde ich mich bezeichnen - die Haare im Hals umdrehen. (Applaus, Zwischenrufe) Ganz offensichtlich ... (Zwischenrufe) ... Ganz offensichtlich will uns hier die Regierung weis machen, sie habe da den Überblick und wisse, was dieser 500-seitige Ziffernhaufen bedeutet. Liebe Kolleginnen und Kollegen, niemand im Ernst kann ... (Parlamentspräsident ruft zur Ruhe) ... ich kann mir vorstellen, dass Ihnen von der Regierung mein Redebeitrag nicht gefällt, aber ... (Zwischenrufe) ... aber auch Sie können diesen Fakten nichts entgegensetzen! Niemand von der Regierung, erst recht nicht unser sauberer Herr Finanzminister kann im Ernst (im Hintergrund Tumult) von sich behaupten, diesen Entwurf zu kapieren. Ich fordere Sie daher dazu auf ... (Parlamentspräsident: 'Herr Dr. Durst, gestatten Sie eine Zwischenfrage?') Nein, jetzt nicht. Ich fordere Sie daher dazu auf, im Sinne der (Tumult, Zwischenrufe) ... ich fordere Sie daher dazu auf ... (Parlamentspräsident: 'Herr Dr. Durst, bitte achten Sie auf Ihre Redezeit.') Oh, ich habe schon meine Zeit überzogen. Ja, äh, dann ... Danke für Ihre Aufmerksamkeit.